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Umfeldwerbung

11.02.2014

ÖWR tritt für verantwortungsbewusste Werbeplatzierung im Internet ein
Wien, 11. Februar 2014 – Der Marktplatz im Internet eröffnet neue Möglichkeiten für die Wirtschaft, stellt sie aber auch vor neue Herausforderungen, etwa die Beurteilung attraktiver Online-Umfelder. In Zusammenarbeit mit der österreichischen Film- und Musikwirtschaft, durch den Fachverband der Film- und Musikindustrie im Vorstand des ÖWR vertreten, startete der Österreichische Werberat eine Informationsoffensive zum Thema „Werbeumfeld – Werbung auf illegalen Online-Seiten“. Ziel war es werbende Unternehmen darauf hinzuweisen, dass ihre Werbung in einem rechtswidrigen Umfeld geschaltet wurde.

„Das systematische Anbieten von Inhalten für kommerzielle Zwecke ohne Genehmigung der Rechteinhaber und ohne Lizenz ist eine rechtswidrige Handlung nach dem Urheberrechtsgesetz und zählt unter allen Umständen zu den unlauteren Geschäftspraktiken. Die Film- und Musikindustrie ist überzeugt, dass legitime Unternehmen sich von diesen Praktiken distanzieren wollen“, erklärt Dr. Werner Müller, GF FV Film- und Musikindustrie und Vorstandsmitglied des ÖWR.

„Wir begrüßen daher die gemeinsamen Bemühungen der Werbewirtschaft und der Filmindustrie, Agenturen und deren Kunden aufzuklären“, so Müller weiter, „bei Werbung im Bereich Online ist die Legalität des Online-Werbeträgers zu berücksichtigen. Werbung auf illegalen Webplattformen ist per se unethisch! Wir sind überzeugt, dass es im mutuellen Interesse ist, auf diesen Sites Werbung auch nicht zu schalten.“

„Der Österreichische Werberat teilt die ethischen Bedenken der Film- und Musikwirtschaft, was Werbeschaltungen auf eindeutig rechtsverletzenden Online-Seiten betrifft“, erklärt Michael Straberger, „wir sind der Überzeugung, dass vielen werbenden Unternehmen, darunter Top-Markenartiklern, nicht bewusst ist, dass ihre Werbung auf rechtsverletzenden Internet-Seiten geschalten wird“.

Konkret regte der ÖWR werbetreibende Unternehmen und ihre Vertragspartner an zu prüfen, inwieweit bedenkliche Werbeumfelder ihren werblichen Interessen tatsächlich entsprechen und mit den ethisch-moralischen Werten des werbenden Unternehmens konform gehen. Gleichzeitig dazu wurde ebenfalls ein Informationsschreiben des Markenartikelverbands verfasst und an dessen betroffene Mitglieder versandt.

Erste Reaktionen aus der Wirtschaft
Und die ersten Reaktionen gaben der Initiative Recht. Die meisten der angeschriebenen Unternehmen nahmen bereits in den ersten Tagen Stellung und hinterfragten gleichzeitig ihre Online-Buchungen.

„Die grundsätzlichen Verhaltensregeln im Ethik-Kodex treffen auch für Werbeumfelder zu“, so Straberger weiter, „Es ist im Interesse aller Stakeholder für ein vertrauenswürdiges Internet zu sorgen“.

Hintergrund
Rechtsverletzende Internet-Seiten stellen eine Bedrohung für Konsumenten und Wirtschaftstreibende dar, insbesondere wenn sie vortäuschen, legale Produkte und Dienstleistungen anzubieten. Markenwerbung auf solchen unseriösen Seiten kann beim Konsumenten fälschlicherweise den Eindruck erwecken, dass diese Internetseiten legal sind.

Die österreichischen Verbände Verein für Anti-Piraterie der Film- u. Videobranche (VAP) sowie Verband der Österreichischen Musikwirtschaft (IFPI) haben den Werberat darauf hingewiesen, dass zahlreiche Unternehmen des Top-Markenartikelbereichs mittels Werbung auf Online-Portalen vertreten sind, deren wesentlicher Zweck es ist, nach österreichischem Recht systematisch rechtsverletzende Angebote gewerbsmäßig bereit zu halten oder den Zugriff auf solche Angebote zu erleichtern. Primär geht es um substanzielle Verstöße gegen das Urheberrecht, zumeist verbunden mit Verstößen gegen E-Commerce-Gesetze, Mediengesetze oder audiovisuelle Mediengesetze. Diese Plattformen erzielen systematisch Einnahmen durch Werbung. Die Daten über Online-Werbeschaltungen basieren auf einer vom Verein für Anti-Piraterie (VAP) sowie des Verbands der Österreichischen Musikwirtschaft (IFPI) im Jahr 2013 systematisch durchgeführten Prüfung.

„Einmal mehr wollen wir mit der Kraft der Selbstregulierung etwas bewegen,“ so Straberger abschließend, „in diesem Fall wollen wir gemeinsam sichere Werbeumfelder entwickeln und verhindern, dass Werbung auf jenen schädigenden Websites platziert wird, deren Haupterwerbsquelle aus unlauteren Geschäftspraktiken und rechtsverletzenden Handlungen besteht.“

Über den Österreichischen Werberat
Der Österreichische Werberat (ÖWR) ist ein unabhängiges Organ des Vereines „Gesellschaft zur Selbstkontrolle der Werbewirtschaft“. Der ÖWR fördert mittels freiwilliger Selbstbeschränkung der Österreichischen Werbewirtschaft das verantwortungsbewusste Handeln der Werbewirtschaft und ihr Ansehen in der Öffentlichkeit. Die Zuständigkeit des Werberates erstreckt sich auf alle Maßnahmen im Bereich Wirtschaftswerbung. Im Detail hat der ÖWR die Aufgabe Fehlentwicklungen bzw. Missbräuche in der Werbung zu korrigieren und dient damit sowohl dem Konsumenten als auch verantwortungsbewussten Werbeunternehmen.

Pressekontakt:
Mag.a Andrea Stoidl
Österreichischer Werberat
Tel. Nr. +43 (05) 90 900-3584
eMail:andrea.stoidl@werberat.at
Internet:www.werberat.at

 

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